hr-online (24.03.2008)
Kämpfer für den sozialen Frieden
Frankfurts Integrationsdezernent Jean Claude Diallo war selbst ein Migrant. Mehr als ein Jahr leitete er im Römer das Dezernat für multikulturelle Angelegenheiten. Am Freitag starb er im Alter von 62 Jahren. Der Grünen-Politiker sei am Karfreitag an Herzversagen gestorben, teilte die Evangelische Kirche in Frankfurt am Montag mit. Diallo, der im afrikanischen Guinea geboren wurde, lebte und arbeitete mehr als zwanzig Jahre in Frankfurt.
Link zum Beitrag:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=5710&key=standard_document_34028418
Trauer um Jean Claude Diallo (hr, 24.03.2008)
Audio-Link:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34028418&jmpage=1&type=a&rubrik=5710&jm=1&mediakey=rubriken/nachrichten/20080324_diallo_35532
Montag, 24. März 2008
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Video: Moschee-Streit - OB Roth erinnert an Weltoffenheit HR
Moschee-Streit geht in die nächste Runde
hessenschau, 06.12.2007
Video-Link:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_33521178&jmpage=1&type=v&rubrik=5710&jm=2&mediakey=fs/hessenschau/20071206_moschee
hessenschau, 06.12.2007
Video-Link:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_33521178&jmpage=1&type=v&rubrik=5710&jm=2&mediakey=fs/hessenschau/20071206_moschee
Donnerstag, 22. November 2007
Frankfurt: Moscheebau und ausländerfeindliche und antisemitische Hetzkampagne FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 22.11.2007 (Zitat):
Der Streit um eine neue Moschee im Stadtteil Hausen hat sich zu einer ausländerfeindlichen und antisemitischen Hetzkampagne ausgewachsen. Zielobjekt der "größten germanischen Online Gemeinschaft" im Internet ist unter dem Titel "Grüne Politikerin fordert Deutsche zum Verlassen ihrer Heimatstadt auf" die Grünen-Kommunalpolitikerin Nargess Eskandari-Grünberg.
Ganz dezidiert aber wird, unter Angabe aller persönlicher Kontaktdaten, auch ihr Mann, der jüdische Psychoanalytiker Kurt Grünberg, an den virtuellen Pranger gestellt. "Ihr Mann ist der Jude Kurt Grünberg" , steht zu lesen. Und: "Psychoanalytiker ist ein typischer Judenberuf."
"Der kraushaarige krummnasige Ehemann" wird in dem Internet-Forum mit einem Porträtfoto abgebildet, auf dem ihm eine Hakennase retuschiert worden ist. Auf weiteren Fotos, die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen entnommen sind, ist Grünbergs Kopf rot eingekreist, förmlich als Zielscheibe markiert.
Hintergrund der Hetze, die sich im Internet auch gegen die Grünen allgemein richtet ("Zuchthaus oder Arbeitslager genügt") ist die heftige Debatte über den Bau einer neuen Moschee mit aufgebrachten Bürgern in der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration am 5. November. Nach andauernder Polemik der Bürger zu der hohen Zahl von Migranten an hiesigen Schulen hatte die Grüne Migrantin Nargess Eskandari-Grünberg gesagt, der Anteil von 40 Prozent Migranten sei in der Stadt eine Tatsache und wem das nicht passe, der könne auch woanders wohnen.
Auf diese Aussage hin werde die Grüne, die vor 20 Jahren aus dem Iran geflohen ist, seit jenem Tag mit Hunderten von E-mails als "Schlampe" oder "Nutte" attackiert, man drohe ihr mit dem Tod und fordere sie auf, "zurück in dein Mullah-Land zu gehen, damit man dir da den Mund mit dem Kopftuch stopft." "Es ist ehrverletzend, lebensbedrohlich, entsetzlich" resümiert Kurt Grünberg. Er erkennt "eine tiefe Haltung: Frankfurt ist eine deutsche Stadt, auch wer 20 Jahre hier lebt, wird als Ausländer betrachtet".
Nur deshalb habe die Bemerkung seiner Frau im Ausschuss derartige Wellen geschlagen. Weder in den Berichten der Presse noch in den Stellungnahmen der Frankfurter Politiker sei aber später die volksverhetzende Stimmung in jener Sitzung ausreichend berücksichtigt worden. Kurt Grünberg sieht in der Entwicklung "ein Lehrstück: Da diskriminieren Menschen andere Menschen. Und wenn die sich wehren, stellt man sie als die Angreifer hin". Es würden dem Hass, der sich in der Auseinandersetzung um die Moschee offenbare, "im Römer nicht ausreichend Grenzen gezeigt". So spiele man den Neonazis in die Hände.
Es zeige sich "ein Zusammenhang zwischen den Klischees in der Mitte der Gesellschaft und den Aktivitäten der Neonazis". Nargess Eskandari-Grünberg wird in den Drohbotschaften unter anderem angekündigt, man werde sie "in Ihrem Garten steinigen". Die Familie hat die Polizei "auf unsere bedrohte Lage aufmerksam gemacht" und eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.
Unterdessen ist auf Initiative des Stadtverordneten Uwe Paulsen (Grüne) eine Unterschriftenliste im Umlauf. In dieser Solidaritätserklärung, die nach Angaben des Initiators bereits rund 150 Unterschriften trägt, wird argumentiert, Nargess Eskandari-Grünberg habe mit ihrer Äußerung nur "einer aufgewiegelten Gruppe deutscher Bürger den Spiegel vorhalten" wollen. Es seien doch die Migranten, die sich seit Jahrzehnten mit Aufforderungen zur Auswanderung konfrontiert sähen. "Die fremdenfeindliche Kampagne, die auch eine antisemitische ,Qualität' erlangt" habe, sehen die Unterzeichner als "unerträglich" an. Jeder Demokrat sei aufgefordert, "Bestrebungen und politischen Kräften entgegenzutreten, die die Menschenwürde missachten".
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1246850
Der Streit um eine neue Moschee im Stadtteil Hausen hat sich zu einer ausländerfeindlichen und antisemitischen Hetzkampagne ausgewachsen. Zielobjekt der "größten germanischen Online Gemeinschaft" im Internet ist unter dem Titel "Grüne Politikerin fordert Deutsche zum Verlassen ihrer Heimatstadt auf" die Grünen-Kommunalpolitikerin Nargess Eskandari-Grünberg.
Ganz dezidiert aber wird, unter Angabe aller persönlicher Kontaktdaten, auch ihr Mann, der jüdische Psychoanalytiker Kurt Grünberg, an den virtuellen Pranger gestellt. "Ihr Mann ist der Jude Kurt Grünberg" , steht zu lesen. Und: "Psychoanalytiker ist ein typischer Judenberuf."
"Der kraushaarige krummnasige Ehemann" wird in dem Internet-Forum mit einem Porträtfoto abgebildet, auf dem ihm eine Hakennase retuschiert worden ist. Auf weiteren Fotos, die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen entnommen sind, ist Grünbergs Kopf rot eingekreist, förmlich als Zielscheibe markiert.
Hintergrund der Hetze, die sich im Internet auch gegen die Grünen allgemein richtet ("Zuchthaus oder Arbeitslager genügt") ist die heftige Debatte über den Bau einer neuen Moschee mit aufgebrachten Bürgern in der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration am 5. November. Nach andauernder Polemik der Bürger zu der hohen Zahl von Migranten an hiesigen Schulen hatte die Grüne Migrantin Nargess Eskandari-Grünberg gesagt, der Anteil von 40 Prozent Migranten sei in der Stadt eine Tatsache und wem das nicht passe, der könne auch woanders wohnen.
Auf diese Aussage hin werde die Grüne, die vor 20 Jahren aus dem Iran geflohen ist, seit jenem Tag mit Hunderten von E-mails als "Schlampe" oder "Nutte" attackiert, man drohe ihr mit dem Tod und fordere sie auf, "zurück in dein Mullah-Land zu gehen, damit man dir da den Mund mit dem Kopftuch stopft." "Es ist ehrverletzend, lebensbedrohlich, entsetzlich" resümiert Kurt Grünberg. Er erkennt "eine tiefe Haltung: Frankfurt ist eine deutsche Stadt, auch wer 20 Jahre hier lebt, wird als Ausländer betrachtet".
Nur deshalb habe die Bemerkung seiner Frau im Ausschuss derartige Wellen geschlagen. Weder in den Berichten der Presse noch in den Stellungnahmen der Frankfurter Politiker sei aber später die volksverhetzende Stimmung in jener Sitzung ausreichend berücksichtigt worden. Kurt Grünberg sieht in der Entwicklung "ein Lehrstück: Da diskriminieren Menschen andere Menschen. Und wenn die sich wehren, stellt man sie als die Angreifer hin". Es würden dem Hass, der sich in der Auseinandersetzung um die Moschee offenbare, "im Römer nicht ausreichend Grenzen gezeigt". So spiele man den Neonazis in die Hände.
Es zeige sich "ein Zusammenhang zwischen den Klischees in der Mitte der Gesellschaft und den Aktivitäten der Neonazis". Nargess Eskandari-Grünberg wird in den Drohbotschaften unter anderem angekündigt, man werde sie "in Ihrem Garten steinigen". Die Familie hat die Polizei "auf unsere bedrohte Lage aufmerksam gemacht" und eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.
Unterdessen ist auf Initiative des Stadtverordneten Uwe Paulsen (Grüne) eine Unterschriftenliste im Umlauf. In dieser Solidaritätserklärung, die nach Angaben des Initiators bereits rund 150 Unterschriften trägt, wird argumentiert, Nargess Eskandari-Grünberg habe mit ihrer Äußerung nur "einer aufgewiegelten Gruppe deutscher Bürger den Spiegel vorhalten" wollen. Es seien doch die Migranten, die sich seit Jahrzehnten mit Aufforderungen zur Auswanderung konfrontiert sähen. "Die fremdenfeindliche Kampagne, die auch eine antisemitische ,Qualität' erlangt" habe, sehen die Unterzeichner als "unerträglich" an. Jeder Demokrat sei aufgefordert, "Bestrebungen und politischen Kräften entgegenzutreten, die die Menschenwürde missachten".
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1246850
Dienstag, 13. November 2007
Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer: "Die Muslime ändern sich" FR
Interview in der Frankfurter Rundschau 13.11.2007 (Zitat):
[...]
Ich würde nicht fragen, ob der Islam als Religion demokratiefähig ist. Ich würde nur fragen, ob Muslime, die bei uns leben, in einer demokratischen Ordnung leben können und wollen.
[...]
m Kern - die Anerkennung von Differenz, der Verzicht auf Gewalt, tolerantes Denken und Handeln, die Anerkennung des Grundsatzes der Gleichheit und Freiheit, sein Leben zu leben. Ich würde Muslime nicht schon auf Details festlegen, zum Beispiel, ob sie Homosexualität bejahen. Das würde ich auch nicht jeden nichtmuslimischen Deutschen fragen wollen.
[...]
Der Koran ist ein Dokument, das im 7. Jahrhundert nach muslimischer Auffassung von Gott offenbart wurde. Natürlich spricht der Koran nicht explizit von diesen Prinzipien. Er ist kein Handbuch des Rechts oder der Demokratie, sondern ein Offenbarungsschrift - aus einer Zeit, die diese Fragen gar nicht gestellt hat. Ich kann immer nur fragen wie die Muslime heute auf den Koran blicken, welche Werte, Verhaltensnormen sie aus ihm ableiten. Ob der Koran Demokratie zulässt oder nicht - die Frage ist falsch gestellt.
[...]
Aus der Bibel kann man auch keine Demokratie ableiten. Es hat ja lange genug Konflikte gegeben. Allein der Begriff der Menschenwürde wurde von der katholischen wie der evangelischen Kirche bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit größter Zurückhaltung behandelt. Von Gleichheit der Geschlechter nicht zu sprechen. Auch Christen haben über mehr als 1000 Jahre die Sklaverei praktiziert. Dennoch haben Christen es geschafft, mit ihrem Glauben andere Wertvorstellungen, andere politische Konzeptionen zu entwickeln - das hat mit Aufklärung und den revolutionären Bewegungen zu tun, mit Veränderungen der sozio-ökonomischen Bedingungen. Bei Muslimen stelle ich mir diesen Prozess ähnlich vor. Es ist nicht die Bibel, die eine Kehrtwende vollzogen hat, sondern die Christen haben es getan. Genauso wird sich nicht der Koran ändern, sondern die Muslime. Ich würde sie keinesfalls auf Einzelaussagen ihrer heiligen Schrift festnageln.
Es gibt keinen Text, den man nicht interpretieren kann und muss. Der Koran wird durch menschliches Verständnis gefiltert und muss gedeutet werden. Er bietet auch keine eindeutige Dschihad-Lehre. Betrachtet man die Aussagen, die nebeneinander stehen - historisch gesehen aber nacheinander offenbart wurden - dann kann man das Prinzip entdecken: Wenn Ihr angegriffen werdet, dann verteidigt Euch mit dem Schwert. Wenn Ihr nicht angegriffen werdet, dann versucht Euch mit den Gesetzen der Fairness und des Anstandes zu verständigen. Historisch gesehen wurde islamische Herrschaft im 7. und 8. Jahrhundert sehr wohl mit Gewalt verbreitet. Zwangsbekehrung war dabei aber die Ausnahme. Diese Eroberungsbewegung kam Mitte des 8. Jahrhunderts zum Stehen. Seitdem haben Muslime unterschiedliche Lehren vom Dschihad entwickelt. Eine lautet, dass Dschihad nicht bewaffneten Kampf bedeutet, sondern das Streben nach einem gottgefälligen Leben. Natürlich gibt es militante Islamisten, die Dschihad als bewaffneten Kampf propagieren. Aber bei uns gibt es auch Neonazis, die die Mehrheit gleichfalls ablehnt.
[...]
Mit den Frauenrechten in islamischen Ländern unterschiedlich bestellt und vielfach nicht gut. Bei uns in Deutschland muss interessieren, was Mädchen in der Schule lernen und zu welchen gesellschaftlichen Feldern sie Zugang haben. Wenn sie meinen, es müsse mit Kopftuch geschehen, ist das ihre Sache. Nicht das Kopftuch ist Kernthema, sondern was Frauen und Mädchen daraus machen.
[...]
In der Bejahung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unter Bewahrung des muslimischen Glaubens. Ebenso wie ein Katholik, der glaubt, der Papst kenne in bestimmten Dingen allein die Wahrheit, ein praktizierender Demokrat sein kann oder ein Jude, der gleichzeitig die Regeln der Thora einhält.
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242182
[...]
Ich würde nicht fragen, ob der Islam als Religion demokratiefähig ist. Ich würde nur fragen, ob Muslime, die bei uns leben, in einer demokratischen Ordnung leben können und wollen.
[...]
m Kern - die Anerkennung von Differenz, der Verzicht auf Gewalt, tolerantes Denken und Handeln, die Anerkennung des Grundsatzes der Gleichheit und Freiheit, sein Leben zu leben. Ich würde Muslime nicht schon auf Details festlegen, zum Beispiel, ob sie Homosexualität bejahen. Das würde ich auch nicht jeden nichtmuslimischen Deutschen fragen wollen.
[...]
Der Koran ist ein Dokument, das im 7. Jahrhundert nach muslimischer Auffassung von Gott offenbart wurde. Natürlich spricht der Koran nicht explizit von diesen Prinzipien. Er ist kein Handbuch des Rechts oder der Demokratie, sondern ein Offenbarungsschrift - aus einer Zeit, die diese Fragen gar nicht gestellt hat. Ich kann immer nur fragen wie die Muslime heute auf den Koran blicken, welche Werte, Verhaltensnormen sie aus ihm ableiten. Ob der Koran Demokratie zulässt oder nicht - die Frage ist falsch gestellt.
[...]
Aus der Bibel kann man auch keine Demokratie ableiten. Es hat ja lange genug Konflikte gegeben. Allein der Begriff der Menschenwürde wurde von der katholischen wie der evangelischen Kirche bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit größter Zurückhaltung behandelt. Von Gleichheit der Geschlechter nicht zu sprechen. Auch Christen haben über mehr als 1000 Jahre die Sklaverei praktiziert. Dennoch haben Christen es geschafft, mit ihrem Glauben andere Wertvorstellungen, andere politische Konzeptionen zu entwickeln - das hat mit Aufklärung und den revolutionären Bewegungen zu tun, mit Veränderungen der sozio-ökonomischen Bedingungen. Bei Muslimen stelle ich mir diesen Prozess ähnlich vor. Es ist nicht die Bibel, die eine Kehrtwende vollzogen hat, sondern die Christen haben es getan. Genauso wird sich nicht der Koran ändern, sondern die Muslime. Ich würde sie keinesfalls auf Einzelaussagen ihrer heiligen Schrift festnageln.
Es gibt keinen Text, den man nicht interpretieren kann und muss. Der Koran wird durch menschliches Verständnis gefiltert und muss gedeutet werden. Er bietet auch keine eindeutige Dschihad-Lehre. Betrachtet man die Aussagen, die nebeneinander stehen - historisch gesehen aber nacheinander offenbart wurden - dann kann man das Prinzip entdecken: Wenn Ihr angegriffen werdet, dann verteidigt Euch mit dem Schwert. Wenn Ihr nicht angegriffen werdet, dann versucht Euch mit den Gesetzen der Fairness und des Anstandes zu verständigen. Historisch gesehen wurde islamische Herrschaft im 7. und 8. Jahrhundert sehr wohl mit Gewalt verbreitet. Zwangsbekehrung war dabei aber die Ausnahme. Diese Eroberungsbewegung kam Mitte des 8. Jahrhunderts zum Stehen. Seitdem haben Muslime unterschiedliche Lehren vom Dschihad entwickelt. Eine lautet, dass Dschihad nicht bewaffneten Kampf bedeutet, sondern das Streben nach einem gottgefälligen Leben. Natürlich gibt es militante Islamisten, die Dschihad als bewaffneten Kampf propagieren. Aber bei uns gibt es auch Neonazis, die die Mehrheit gleichfalls ablehnt.
[...]
Mit den Frauenrechten in islamischen Ländern unterschiedlich bestellt und vielfach nicht gut. Bei uns in Deutschland muss interessieren, was Mädchen in der Schule lernen und zu welchen gesellschaftlichen Feldern sie Zugang haben. Wenn sie meinen, es müsse mit Kopftuch geschehen, ist das ihre Sache. Nicht das Kopftuch ist Kernthema, sondern was Frauen und Mädchen daraus machen.
[...]
In der Bejahung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unter Bewahrung des muslimischen Glaubens. Ebenso wie ein Katholik, der glaubt, der Papst kenne in bestimmten Dingen allein die Wahrheit, ein praktizierender Demokrat sein kann oder ein Jude, der gleichzeitig die Regeln der Thora einhält.
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242182
Migration in Frankfurt ist eine Tatsache FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 13.11.2007 (Zitat):
Migration in Frankfurt ist eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen": Mit dieser Äußerung provozierte Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) eine Welle der Empörung. Gefallen ist der Satz in der vergangenen Woche im Bildungs- und Integrationsausschuss. Damit reagierte die Stadtverordnete auf einen Bürger, der sich in der Sitzung zum geplanten Moscheebau in Hausen geäußert und die Zahl von Migrantenkindern an Schulen des Stadtteils kritisiert hatte.
Eskandari-Grünbergs Kommentar interpretierten nicht nur Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau als klare Aussage für das, was Muslime hier vor hätten: Die Islamisierung deutscher Städte. Die aus dem Iran geflüchtete Politikerin kann die Kritik nicht verstehen: "Ich wollte damit zum Ausdruck bringen wollen, dass Einwanderer zu Frankfurt gehören."
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242181
Migration in Frankfurt ist eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen": Mit dieser Äußerung provozierte Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) eine Welle der Empörung. Gefallen ist der Satz in der vergangenen Woche im Bildungs- und Integrationsausschuss. Damit reagierte die Stadtverordnete auf einen Bürger, der sich in der Sitzung zum geplanten Moscheebau in Hausen geäußert und die Zahl von Migrantenkindern an Schulen des Stadtteils kritisiert hatte.
Eskandari-Grünbergs Kommentar interpretierten nicht nur Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau als klare Aussage für das, was Muslime hier vor hätten: Die Islamisierung deutscher Städte. Die aus dem Iran geflüchtete Politikerin kann die Kritik nicht verstehen: "Ich wollte damit zum Ausdruck bringen wollen, dass Einwanderer zu Frankfurt gehören."
[...]
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242181
Mittwoch, 7. November 2007
Claus Leggewie: Nützliche Moscheekonflikte und ihre Lösung FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 07.11.2007 (Zitat):
Der Deal für religiöse Fundamentalisten jeder Couleur besteht darin, dass Säkularisierung und Religionspluralismus Gewinn für eigene Glaubensüberzeugungen bringen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239268
Der Deal für religiöse Fundamentalisten jeder Couleur besteht darin, dass Säkularisierung und Religionspluralismus Gewinn für eigene Glaubensüberzeugungen bringen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239268
Frankfurt: Moscheestreit "Raue Töne" FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 07.11.2007 (Zitat):
Am Tag nach dem Eklat saß der Schock noch immer tief. Wie schwer es sein kann, mit einer aufgebrachten Schar von Bürgern zu diskutieren, ist den Stadtverordneten nach der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration klar geworden. Die Ausschussvorsitzende Bernadette Weyland (CDU) zog am Dienstag ein ernüchterndes Fazit: "Auf dieser Ebene macht eine Diskussion keinen Sinn."
In der Sitzung entwickelten sich Tumulte, weil Mitglieder der Hausener Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau sich von einer Äußerung der Grünen-Stadtverordneten Nargess Eskandari-Grünberg beleidigt fühlten. Die Sitzung musste unterbrochen werden. Sie wurde erst fortgesetzt, als die meisten der Moschee-Gegner den Saal verlassen hatten.
Das Verhalten der Kritiker sei ihr "wie eintrainiert" vorgekommen, sagte Weyland. Dabei habe der BFF-Stadtverordnete Wolfgang Hübner die Lage zu seinen Gunsten genutzt. Hübners Rede war in der Sitzung von den BI-Leuten mit frenetischem Applaus bedacht worden.
[...]
In der Ausschuss-Sitzung muste sich Eskandari-Grünberg gegen wüste Beschimpfungen der Bürgerinitiative wehren. Sie sei sogar bedroht worden, berichtete sie am Dienstag: "Einer hat mir die Faust vors Gesicht gehalten und gesagt: ,Ihnen werden wir's noch zeigen.'" Mit diesen Leuten sei ein sachlicher Dialog nicht möglich, sagte die Grüne.
Dennoch müsse die Debatte weitergehen: "Dafür haben wir als Stadtverordnete die Verantwortung." Dabei müsse klar sein, dass Ausländer zu Frankfurt gehören, sagte die gebürtige Iranerin. In der Sitzung hatte Nargess-Eskandari zu den Moschee-Gegnern gesagt: "Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen."
Auch der SPD-Stadtverordnete Turgut Yüksel zweifelt an der Diskussionskultur der Bürgerinitiative. "In der Sitzung ging es nur darum, zu polarisieren", sagte er. "Die waren im Ton aggressiv und wollten nur ihren Unmut zur Sprache bringen." SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling mahnte zur "Versachlichung der Debatte". Die große Mehrheit der in Frankfurt lebenden Muslime lehne Gewalt ab. Eskandari-Grünbergs Äußerung sei "absolut daneben" gewesen. Wer andere zum Wegzug auffordere, gieße unnötig Öl ins Feuer.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239291
Am Tag nach dem Eklat saß der Schock noch immer tief. Wie schwer es sein kann, mit einer aufgebrachten Schar von Bürgern zu diskutieren, ist den Stadtverordneten nach der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration klar geworden. Die Ausschussvorsitzende Bernadette Weyland (CDU) zog am Dienstag ein ernüchterndes Fazit: "Auf dieser Ebene macht eine Diskussion keinen Sinn."
In der Sitzung entwickelten sich Tumulte, weil Mitglieder der Hausener Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau sich von einer Äußerung der Grünen-Stadtverordneten Nargess Eskandari-Grünberg beleidigt fühlten. Die Sitzung musste unterbrochen werden. Sie wurde erst fortgesetzt, als die meisten der Moschee-Gegner den Saal verlassen hatten.
Das Verhalten der Kritiker sei ihr "wie eintrainiert" vorgekommen, sagte Weyland. Dabei habe der BFF-Stadtverordnete Wolfgang Hübner die Lage zu seinen Gunsten genutzt. Hübners Rede war in der Sitzung von den BI-Leuten mit frenetischem Applaus bedacht worden.
[...]
In der Ausschuss-Sitzung muste sich Eskandari-Grünberg gegen wüste Beschimpfungen der Bürgerinitiative wehren. Sie sei sogar bedroht worden, berichtete sie am Dienstag: "Einer hat mir die Faust vors Gesicht gehalten und gesagt: ,Ihnen werden wir's noch zeigen.'" Mit diesen Leuten sei ein sachlicher Dialog nicht möglich, sagte die Grüne.
Dennoch müsse die Debatte weitergehen: "Dafür haben wir als Stadtverordnete die Verantwortung." Dabei müsse klar sein, dass Ausländer zu Frankfurt gehören, sagte die gebürtige Iranerin. In der Sitzung hatte Nargess-Eskandari zu den Moschee-Gegnern gesagt: "Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen."
Auch der SPD-Stadtverordnete Turgut Yüksel zweifelt an der Diskussionskultur der Bürgerinitiative. "In der Sitzung ging es nur darum, zu polarisieren", sagte er. "Die waren im Ton aggressiv und wollten nur ihren Unmut zur Sprache bringen." SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling mahnte zur "Versachlichung der Debatte". Die große Mehrheit der in Frankfurt lebenden Muslime lehne Gewalt ab. Eskandari-Grünbergs Äußerung sei "absolut daneben" gewesen. Wer andere zum Wegzug auffordere, gieße unnötig Öl ins Feuer.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239291
Freitag, 19. Oktober 2007
Moscheenstreit: Gotteshäuserkampf in Frankfurt taz
taz.de 19.10.2007:
Multikulturelle Idylle bedroht: Das Stadtparlement befürwortet den Bau einer dritten Moschee - NPD und REPs wollen am Samstag gegen die Minarette demonstrieren.
[...]
Doch seit die schiitische Hazrat-Fatima-Gemeinde gleich neben der mit Turmzwiebeln geschmückten "Russenkirche" für rund drei Millionen Euro eine weitere Moschee mit zwei Minaretten errichten will, ist es vorbei mit der mutmaßlichen Mulktikultiidylle im Viertel. Alteingessene Hausener haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und schon knapp 1.000 Unterschriften gegen das Bauvorhaben des türkisch-pakistanischen Moscheenvereins auf dem 1.000 Quadratmeter großen Gelände direkt am Verkehrskreisel vor den Autobahnzubringern gesammelt. Ihr Credo: "Es reicht!" Noch eine Moschee könne Hausen nicht verkraften. Von "islamistischer Landnahme" in Hausen war die Rede.
[...]
Dabei hatte der Sprecher der Fatima-Gemeinde, der in Deutschland geborne deutsche Staatsbürger Ünal Kaymakcy, zuvor ein Bekenntnis zu "unserer deutschen Rechtsordnung" abgelegt, die verbindlich für alle Muslime in Deutschland sei. Menschenrechtsverletzungen anderswo seien deshalb für einen "deutschen Islam" überhaupt nicht relevant.
"Wir wollen die Moschee nicht, ganz egal was Ihr sagt!", war jedoch der Tenor bei den Stellungnahmen der Bürger, die sich auf einer Sondersitzung des Ortsbeirats zum Thema zu Wort meldeten. Dort wurde erklärt, man habe Angst vor einer "Islamisierung" ganz allgemein und speziell vor "islamistischem Terror". Andere beschworen ein "Parkchaos" rund um Moschee herauf. Mit islamfeindlichen Äußerungen tat sich an diesem Abend vor allem der Stadtverordnete der Freien Wähler (BFF) in Frankfurt, Wolfgang Hübner, hervor. Aber auch lokale Vertreter von Grünen und CDU machten - ganz im Gegensatz zu ihren Stadtverbänden und den Fraktionen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Römer- mit Front gegen den "islamistischen Neubau". Die Vertreter der Stadt reagierten eher hilflos.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gotteshaeuserkampf-in-frankfurt/?src=TE&cHash=2341464ebc
Multikulturelle Idylle bedroht: Das Stadtparlement befürwortet den Bau einer dritten Moschee - NPD und REPs wollen am Samstag gegen die Minarette demonstrieren.
[...]
Doch seit die schiitische Hazrat-Fatima-Gemeinde gleich neben der mit Turmzwiebeln geschmückten "Russenkirche" für rund drei Millionen Euro eine weitere Moschee mit zwei Minaretten errichten will, ist es vorbei mit der mutmaßlichen Mulktikultiidylle im Viertel. Alteingessene Hausener haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und schon knapp 1.000 Unterschriften gegen das Bauvorhaben des türkisch-pakistanischen Moscheenvereins auf dem 1.000 Quadratmeter großen Gelände direkt am Verkehrskreisel vor den Autobahnzubringern gesammelt. Ihr Credo: "Es reicht!" Noch eine Moschee könne Hausen nicht verkraften. Von "islamistischer Landnahme" in Hausen war die Rede.
[...]
Dabei hatte der Sprecher der Fatima-Gemeinde, der in Deutschland geborne deutsche Staatsbürger Ünal Kaymakcy, zuvor ein Bekenntnis zu "unserer deutschen Rechtsordnung" abgelegt, die verbindlich für alle Muslime in Deutschland sei. Menschenrechtsverletzungen anderswo seien deshalb für einen "deutschen Islam" überhaupt nicht relevant.
"Wir wollen die Moschee nicht, ganz egal was Ihr sagt!", war jedoch der Tenor bei den Stellungnahmen der Bürger, die sich auf einer Sondersitzung des Ortsbeirats zum Thema zu Wort meldeten. Dort wurde erklärt, man habe Angst vor einer "Islamisierung" ganz allgemein und speziell vor "islamistischem Terror". Andere beschworen ein "Parkchaos" rund um Moschee herauf. Mit islamfeindlichen Äußerungen tat sich an diesem Abend vor allem der Stadtverordnete der Freien Wähler (BFF) in Frankfurt, Wolfgang Hübner, hervor. Aber auch lokale Vertreter von Grünen und CDU machten - ganz im Gegensatz zu ihren Stadtverbänden und den Fraktionen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Römer- mit Front gegen den "islamistischen Neubau". Die Vertreter der Stadt reagierten eher hilflos.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gotteshaeuserkampf-in-frankfurt/?src=TE&cHash=2341464ebc
Freitag, 12. Oktober 2007
Für Demokratie und das Recht auf Religionsfreiheit frankfurt-evangelisch
frankfurt-evangelisch.de 12.10.2007:
Römerbergbündnis ruft zur Demonstration am 20. Oktober auf
Unter dem Motto "Für Demokratie und das Recht auf Religionsfreiheit" ruft das Römerbergbündnis zu einer Demonstration am Samstag, 20. Oktober, auf. Hintergrund ist der geplante NPD-Aufmarsch und die "Stimmungsmache" gegen den Bau einer Moschee im Stadtteil Hausen. Start der Demonstration ist um 11 Uhr am Bahnhof Frankfurt-Rödelheim / Radilostraße. Eine Kundgebung ist um 13 Uhr an der Niddabrücke in der Ludwig-Landmann-Straße geplant. Auf der Kundgebung sprechen Oberbürgermeisterin Petra Roth, Ünal Kaymakçi von der Hasrat-Fatima-Gemeinde, Stadtdekan Dr. Raban Tilmann, Prof. Dr. Michael Brumlik, Universitätsprofessor, Enis Gülegen von der Kommunalen Ausländervertretung und Pröpstin Gabriele Scherle. Es moderiert Harald Fiedler, DGB.
"Tagtäglich zeigen Menschen aus verschiedenen Religionen und Nationen in Frankfurt am Main, dass ein friedliches und respektvolles Miteinander gelebt werden kann und dass davon eine Stadtgesellschaft nur gewinnt", heißt es in dem Aufruf. Wie es evangelische, katholische und orthodoxe Kirchen in Frankfurt gebe, orthodoxe und liberale Synagogen, so hätten auch die verschiedenen Richtungen im Islam das Recht auf ihre eigenen Moscheen. Dazu gehöre, dass Gebetshäuser des Islam erkennbar mit den öffentlichen Raum prägen. Die Stimmungsmache der NPD gegenüber dem Bau einer Moschee im Stadtteil Frankfurt-Hausen habe ihre Wurzeln in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte, heißt es weiter. "Wir wenden uns entschieden gegen den Aufmarsch der NPD in Frankfurt-Hausen und ihre Hetze. Wir unterstützen ein Verbot der NPD und ihrer Demonstration."
Dem Römerbergbündnis gehören unter anderem die Evangelische Kirche Frankfurt, die Katholische Kirche Frankfurt, die Jüdische Gemeinde Frankfurt, der Frankfurter Jugendring und der Deutsche Gewerkschaftsbund Frankfurt (DGB) an.
Link zum Beitrag:
http://www.frankfurt-evangelisch.de/_content/0000000002,00900,00&mon=10&jahr=2007&newsid=884
Römerbergbündnis ruft zur Demonstration am 20. Oktober auf
Unter dem Motto "Für Demokratie und das Recht auf Religionsfreiheit" ruft das Römerbergbündnis zu einer Demonstration am Samstag, 20. Oktober, auf. Hintergrund ist der geplante NPD-Aufmarsch und die "Stimmungsmache" gegen den Bau einer Moschee im Stadtteil Hausen. Start der Demonstration ist um 11 Uhr am Bahnhof Frankfurt-Rödelheim / Radilostraße. Eine Kundgebung ist um 13 Uhr an der Niddabrücke in der Ludwig-Landmann-Straße geplant. Auf der Kundgebung sprechen Oberbürgermeisterin Petra Roth, Ünal Kaymakçi von der Hasrat-Fatima-Gemeinde, Stadtdekan Dr. Raban Tilmann, Prof. Dr. Michael Brumlik, Universitätsprofessor, Enis Gülegen von der Kommunalen Ausländervertretung und Pröpstin Gabriele Scherle. Es moderiert Harald Fiedler, DGB.
"Tagtäglich zeigen Menschen aus verschiedenen Religionen und Nationen in Frankfurt am Main, dass ein friedliches und respektvolles Miteinander gelebt werden kann und dass davon eine Stadtgesellschaft nur gewinnt", heißt es in dem Aufruf. Wie es evangelische, katholische und orthodoxe Kirchen in Frankfurt gebe, orthodoxe und liberale Synagogen, so hätten auch die verschiedenen Richtungen im Islam das Recht auf ihre eigenen Moscheen. Dazu gehöre, dass Gebetshäuser des Islam erkennbar mit den öffentlichen Raum prägen. Die Stimmungsmache der NPD gegenüber dem Bau einer Moschee im Stadtteil Frankfurt-Hausen habe ihre Wurzeln in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte, heißt es weiter. "Wir wenden uns entschieden gegen den Aufmarsch der NPD in Frankfurt-Hausen und ihre Hetze. Wir unterstützen ein Verbot der NPD und ihrer Demonstration."
Dem Römerbergbündnis gehören unter anderem die Evangelische Kirche Frankfurt, die Katholische Kirche Frankfurt, die Jüdische Gemeinde Frankfurt, der Frankfurter Jugendring und der Deutsche Gewerkschaftsbund Frankfurt (DGB) an.
Link zum Beitrag:
http://www.frankfurt-evangelisch.de/_content/0000000002,00900,00&mon=10&jahr=2007&newsid=884
Samstag, 6. Oktober 2007
Frankfurt: Roth geht für Moschee auf die Straße FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 06.10.2007 (Zitat):
In der Moschee-Debatte werden die Fronten klarer. Nach dem eindeutigen Votum der Stadtverordnetenversammlung für die Pläne der Hazrat-Fatima-Gemeinde wird es nun auch eine Demonstration "für das Recht auf Religionsfreiheit" geben, bei der Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Ümal Kaymakçi vom Moschee-Verein als Redner auftreten.
Das Römerbergbündnis hat am Freitag "alle Frankfurter Bürger" zu der Kundgebung am Samstag, 20. Oktober, in Hausen aufgerufen. Der Demonstrationszug startet um 11 Uhr am Katholischen Gemeindezentrum St. Anna (Am Hohe Weg) und führt an der evangelischen Kirche vorbei zum Industriehof, wo die neue Moschee der Hazrat-Fatima-Gemeinde entstehen soll. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung auf der Nidda-Brücke in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle geplant.
Dabei werden auch Spitzenfunktionäre der beiden Kirchen sprechen: die evangelische Pröpstin Gabriele Scherle, die Vorsitzende des evangelischen Regionalverbandes Esther Gebhardt sowie der katholische Stadtdekan Raban Tilmann. Angekündigt sind weiter der frühere Leiter des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik, Enis Gülegen von der Kommunalen Ausländervertretung sowie DGB-Chef Harald Fiedler.
Das Römerbergbündnis wendet sich in seinem Demo-Aufruf gegen den am gleichen Tag geplanten, aber von der Stadt verbotenen NPD-Aufmarsch in Hausen. Zudem unterstützt das Bündnis ein Verbot der Neonazi-Partei.
In dem Aufruf des Römerbergbündnisses heißt es: "Wie es evangelische, katholische und orthodoxe Kirchen in Frankfurt gibt, orthodoxe und liberale Synagogen, so haben auch die verschiedenen Richtungen im Islam das Recht auf ihre eigenen Moscheen. Dazu gehört, dass Gebetshäuser des Islam erkennbar den öffentlichen Raum prägen."
Unterstützung erhält der Moschee-Verein nun auch vom evangelischen Dekanat Nord. Mit großer Mehrheit haben die Delegierten der Dekanatssynode eine Erklärung verabschiedet, in der sie sich für den Moscheebau aussprechen. Die Synode nehme kritisch wahr, dass der geplante Moscheebau zunehmend dazu benutzt werde, "Ängste und Vorurteile vor ,dem Islam' und einer mutmaßlich drohenden ,Islamisierung' zu schüren", heißt es dort. Die Hazrat-Fatima-Gemeinde habe sich in der Vergangenheit in Griesheim als eine gut integrierte und zum Dialog offene Gemeinde präsentiert.
Die Moschee-Debatte im Stadtparlament am Donnerstag wird indessen wohl ein gerichtliches Nachspiel haben. Der Fraktionschef des Bürgerbündnisses BFF, Wolfgang Hübner, hatte den Sprecher der Anti-Nazi-Koordination, Hans-Christoph Stoodt, einen "Hassprediger" genannt und dafür in der Sitzung eine Rüge erhalten. Stoodt erwägt nun eine Klage wegen Beleidigung.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1220911
In der Moschee-Debatte werden die Fronten klarer. Nach dem eindeutigen Votum der Stadtverordnetenversammlung für die Pläne der Hazrat-Fatima-Gemeinde wird es nun auch eine Demonstration "für das Recht auf Religionsfreiheit" geben, bei der Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Ümal Kaymakçi vom Moschee-Verein als Redner auftreten.
Das Römerbergbündnis hat am Freitag "alle Frankfurter Bürger" zu der Kundgebung am Samstag, 20. Oktober, in Hausen aufgerufen. Der Demonstrationszug startet um 11 Uhr am Katholischen Gemeindezentrum St. Anna (Am Hohe Weg) und führt an der evangelischen Kirche vorbei zum Industriehof, wo die neue Moschee der Hazrat-Fatima-Gemeinde entstehen soll. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung auf der Nidda-Brücke in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle geplant.
Dabei werden auch Spitzenfunktionäre der beiden Kirchen sprechen: die evangelische Pröpstin Gabriele Scherle, die Vorsitzende des evangelischen Regionalverbandes Esther Gebhardt sowie der katholische Stadtdekan Raban Tilmann. Angekündigt sind weiter der frühere Leiter des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik, Enis Gülegen von der Kommunalen Ausländervertretung sowie DGB-Chef Harald Fiedler.
Das Römerbergbündnis wendet sich in seinem Demo-Aufruf gegen den am gleichen Tag geplanten, aber von der Stadt verbotenen NPD-Aufmarsch in Hausen. Zudem unterstützt das Bündnis ein Verbot der Neonazi-Partei.
In dem Aufruf des Römerbergbündnisses heißt es: "Wie es evangelische, katholische und orthodoxe Kirchen in Frankfurt gibt, orthodoxe und liberale Synagogen, so haben auch die verschiedenen Richtungen im Islam das Recht auf ihre eigenen Moscheen. Dazu gehört, dass Gebetshäuser des Islam erkennbar den öffentlichen Raum prägen."
Unterstützung erhält der Moschee-Verein nun auch vom evangelischen Dekanat Nord. Mit großer Mehrheit haben die Delegierten der Dekanatssynode eine Erklärung verabschiedet, in der sie sich für den Moscheebau aussprechen. Die Synode nehme kritisch wahr, dass der geplante Moscheebau zunehmend dazu benutzt werde, "Ängste und Vorurteile vor ,dem Islam' und einer mutmaßlich drohenden ,Islamisierung' zu schüren", heißt es dort. Die Hazrat-Fatima-Gemeinde habe sich in der Vergangenheit in Griesheim als eine gut integrierte und zum Dialog offene Gemeinde präsentiert.
Die Moschee-Debatte im Stadtparlament am Donnerstag wird indessen wohl ein gerichtliches Nachspiel haben. Der Fraktionschef des Bürgerbündnisses BFF, Wolfgang Hübner, hatte den Sprecher der Anti-Nazi-Koordination, Hans-Christoph Stoodt, einen "Hassprediger" genannt und dafür in der Sitzung eine Rüge erhalten. Stoodt erwägt nun eine Klage wegen Beleidigung.
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1220911
Freitag, 5. Oktober 2007
Frankfurt: OB Petra Roth sagt Ja zur Moschee FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 05.10.2007 (Zitat):
[...]
Die Sozialdemokraten zitierten den preußischen König Friedrich II., nach dem jeder Gläubige das Recht haben soll, mit seiner Religion glücklich zu werden, die Grünen verwiesen auf die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit, und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) forderte am Donnerstagabend im Römer "eine neue Epoche der Aufklärung".
Am Ende einer meist besonnen geführten Debatte im Stadtparlament stand ein nahezu einstimmiges Ergebnis: Die Stadt will die seit Wochen diskutierten Pläne über den Bau einer weiteren Moschee im Stadtteil Hausen vorantreiben. Sie verlangt aber von den in Frankfurt lebenden Muslimen, sich stärker als bisher zu integrieren und das deutsche Rechtssystem vorbehaltlos anzuerkennen.
[...]
Insbesondere in den Sitzungen des Ortsbeirats sorgten Kritiker der Moscheepläne für ein vergiftetes Klima - das sogar die NPD nutzen wollte. Sie rief zu einer - von der Stadt inzwischen verbotenen - Demonstration gegen das Gotteshaus in Hausen auf. Dass Muslime nicht länger in Moscheen beten wollten, die sich in Hinterhöfen befinden, spreche zum einen für ein erfolgreiches Bemühen um Integration, sagte Roth. Bei manchen der Gläubigen bestehe aber eine "Tendenz zu kulturellem Separatismus und zur Entwicklung von Parallelgesellschaften", die die Stadt nicht hinnehmen könne.
[...]
Gerade im Spannungsfeld zwischen den Menschenrechten auf der einen und der islamischen Scharia auf der anderen Seite erwarte sie von den Muslimen ein Bekenntnis zum Rechtsstaat, sagte Roth. Sie räumte ein, dass diese "neue Epoche der Aufklärung" vielen Muslimen Probleme bereite, da sie den Prozess "im Zeitraffer bewältigen müssen". Die Forderung nach einer Entscheidung für Recht und Demokratie sei aber nötig für den Erfolg von Integration.
[...]
Bereits Anfang der Woche hatte sich der Europaageordnete Daniel Cohn-Bendit (Grüne) bei einer Diskussion, zu der die Frankfurter Rundschau und die katholische Begegnungsstätte Haus am Dom eingeladen hatten, für den Bau weiterer Moscheen ausgesprochen. Er machte jedoch klar, dass die Gotteshäuser auch Plätze von islamistischen Umtrieben sein könnten. Ihm sei es jedoch lieber, "es gibt Moscheen, wo man hören kann, was die sagen", sagte Cohn-Bendit über radikale Muslime.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1220276
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Die Sozialdemokraten zitierten den preußischen König Friedrich II., nach dem jeder Gläubige das Recht haben soll, mit seiner Religion glücklich zu werden, die Grünen verwiesen auf die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit, und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) forderte am Donnerstagabend im Römer "eine neue Epoche der Aufklärung".
Am Ende einer meist besonnen geführten Debatte im Stadtparlament stand ein nahezu einstimmiges Ergebnis: Die Stadt will die seit Wochen diskutierten Pläne über den Bau einer weiteren Moschee im Stadtteil Hausen vorantreiben. Sie verlangt aber von den in Frankfurt lebenden Muslimen, sich stärker als bisher zu integrieren und das deutsche Rechtssystem vorbehaltlos anzuerkennen.
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Insbesondere in den Sitzungen des Ortsbeirats sorgten Kritiker der Moscheepläne für ein vergiftetes Klima - das sogar die NPD nutzen wollte. Sie rief zu einer - von der Stadt inzwischen verbotenen - Demonstration gegen das Gotteshaus in Hausen auf. Dass Muslime nicht länger in Moscheen beten wollten, die sich in Hinterhöfen befinden, spreche zum einen für ein erfolgreiches Bemühen um Integration, sagte Roth. Bei manchen der Gläubigen bestehe aber eine "Tendenz zu kulturellem Separatismus und zur Entwicklung von Parallelgesellschaften", die die Stadt nicht hinnehmen könne.
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Gerade im Spannungsfeld zwischen den Menschenrechten auf der einen und der islamischen Scharia auf der anderen Seite erwarte sie von den Muslimen ein Bekenntnis zum Rechtsstaat, sagte Roth. Sie räumte ein, dass diese "neue Epoche der Aufklärung" vielen Muslimen Probleme bereite, da sie den Prozess "im Zeitraffer bewältigen müssen". Die Forderung nach einer Entscheidung für Recht und Demokratie sei aber nötig für den Erfolg von Integration.
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Bereits Anfang der Woche hatte sich der Europaageordnete Daniel Cohn-Bendit (Grüne) bei einer Diskussion, zu der die Frankfurter Rundschau und die katholische Begegnungsstätte Haus am Dom eingeladen hatten, für den Bau weiterer Moscheen ausgesprochen. Er machte jedoch klar, dass die Gotteshäuser auch Plätze von islamistischen Umtrieben sein könnten. Ihm sei es jedoch lieber, "es gibt Moscheen, wo man hören kann, was die sagen", sagte Cohn-Bendit über radikale Muslime.
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1220276
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Stadtparlament Frankfurt: Fraktionen für Moscheebau FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 04.10.2007 (Zitat):
Ein Thema wird die Sitzung des Stadtparlamentes am heutigen Donnerstag alleine beherrschen: Der Moscheebau am Industriehof in Hausen. "Wir werden uns jede Zeit nehmen, um in aller Breite zu diskutieren", kündigte CDU-Fraktionschef Markus Frank am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss an. Gemeinsam haben CDU, SPD, Grüne und FDP einen Antrag formuliert. In diesem heißt es, dass "in Frankfurt lebende Muslime, davon viele mit deutscher Staatsbürgerschaft, ein willkommener und anerkannter Teil unserer Stadtgesellschaft" sind, mit allen Rechten und Pflichten. Auf der Basis des Grundrechts der Religionsfreiheit und des Gleichbehandlungsgrundsatzes stehe "islamischen Gemeinden unbestreitbar das Recht zu", Gebetshäuser zu bauen. Moscheeneubauten könnten bei einer erfolgreichen Integration helfen. "Hinterhofmoscheen" würden "oft zu einem konspirativ wirkenden Islambild beitragen".
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1219526&index_page=2
Ein Thema wird die Sitzung des Stadtparlamentes am heutigen Donnerstag alleine beherrschen: Der Moscheebau am Industriehof in Hausen. "Wir werden uns jede Zeit nehmen, um in aller Breite zu diskutieren", kündigte CDU-Fraktionschef Markus Frank am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss an. Gemeinsam haben CDU, SPD, Grüne und FDP einen Antrag formuliert. In diesem heißt es, dass "in Frankfurt lebende Muslime, davon viele mit deutscher Staatsbürgerschaft, ein willkommener und anerkannter Teil unserer Stadtgesellschaft" sind, mit allen Rechten und Pflichten. Auf der Basis des Grundrechts der Religionsfreiheit und des Gleichbehandlungsgrundsatzes stehe "islamischen Gemeinden unbestreitbar das Recht zu", Gebetshäuser zu bauen. Moscheeneubauten könnten bei einer erfolgreichen Integration helfen. "Hinterhofmoscheen" würden "oft zu einem konspirativ wirkenden Islambild beitragen".
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1219526&index_page=2
Dienstag, 2. Oktober 2007
Diskussion um Moscheenbau: Neue Normalität braucht Zeit FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 02.10.2007 (Zitat):
[...]
Daniel Cohn-Bendit ... "Warum soll es dann in Frankfurt ein Problem sein, eine Moschee zu bauen?" Seine Frage "Wo ist das Problem?" polarisiert an diesem Abend.
[...]
"Es geht nicht um die Moscheen selbst. Es geht um die Auseinandersetzung der hiesigen Bevölkerung mit der Ankunft des Islam in der Gesellschaft." Und, sagt Peter Hünseler, Geschäftsführer der Arbeitsstelle der Bischofskonferenz für christlich-islamischen Dialog (Cibedo), "um die Debatte, ob wir das hier wollen".
[...]
Für den Atheisten Daniel Cohn-Bendit gibt es angesichts der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit kein Wollen. Dennoch gibt er Hünseler grundsätzlich Recht, dass die nichtmuslimische Wohnbevölkerung "mitgenommen werden muss". Ein Prozess, der dauere. Seine Antwort heißt multikultureller Dialog: "Man muss Muslimen Räume geben, denn je offener wir für Moscheebauten sind, desto offener und kritischer können wir uns mit dem Islam auseinander setzen."
Umgekehrt müssten sich auch Muslime, die Teil der Stadtgesellschaft sein wollen, diese Kritik gefallen lassen. Fragen nach Frauenrechten, Moscheen als politischen Zentren oder islamisch begründetem Terror müssten dann erlaubt sein. Eine Auseinandersetzung wie sie auch die katholischen und jüdischen Kirchen in jahrhundertelanger, teils blutiger Auseinandersetzung hinter sich hätten.
Die Frage von FR-Moderator Matthias Arning, ob die Moscheendebatten nicht belegten, dass die multikulturelle Gesellschaft gescheitert sei, weist der einstige Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt zurück. Auch Angela Joost, Frankfurter Soziologin, die Konflikte um Moscheebauten untersucht, sieht das Problem weniger gravierend. Für sie ist der Moscheenstreit vorwiegend ein Generationenproblem: "Ältere tun sich schwerer damit, Moscheen in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren. Für junge Leute, die mit türkischstämmigen Hiphop-Musikern groß geworden sind, ist das kein Problem."
[...]
Für Ünal Kaymakçi, Generalsekretär der Hazrat-Fatima-Gemeinde , ist es dagegen als "Zeichen der Identifikation mit unserem Land" entscheidend: Als Deutscher türkischer Herkunft, in Frankfurt geboren und aufgewachsen, will er sich mit dem neuen Gemeindezentrum und sozialen Angeboten "für die Stadtgesellschaft engagieren". Ein Phänomen, das er im Zuge des Moscheenstreits auch bei Glaubensbrüdern bemerkt: "Plötzlich schauen sie auf die Römerpolitik, lesen deutsche Zeitungen. Wenn man beginnt, etwas Bleibendes in der Gesellschaft zu schaffen, identifiziert man sich auch mit ihr."
[...]
Und dennoch ist auch in Hausen "einiges schief gelaufen", halten der Islamwissenschaftler Hünseler und Angela Joost entgegen. Hünseler setzt Fragezeichen hinter die Finanzierung des drei Millionen-Euro-Projekts in Hausen, lässt sich von Kaymakçi bestätigen, dass "kein Geld vom Ausland fließt". Die Politik im Römer habe zu lange keine Stellung bezogen, der Ortsbeirat mit Ausnahme der Linken sich früh ablehnend gezeigt, moniert Angela Joost: "Vor Ort ist niemand zum echten Dialog bereit, und der wäre wichtig."
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1218983&index_page=2
[...]
Daniel Cohn-Bendit ... "Warum soll es dann in Frankfurt ein Problem sein, eine Moschee zu bauen?" Seine Frage "Wo ist das Problem?" polarisiert an diesem Abend.
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"Es geht nicht um die Moscheen selbst. Es geht um die Auseinandersetzung der hiesigen Bevölkerung mit der Ankunft des Islam in der Gesellschaft." Und, sagt Peter Hünseler, Geschäftsführer der Arbeitsstelle der Bischofskonferenz für christlich-islamischen Dialog (Cibedo), "um die Debatte, ob wir das hier wollen".
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Für den Atheisten Daniel Cohn-Bendit gibt es angesichts der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit kein Wollen. Dennoch gibt er Hünseler grundsätzlich Recht, dass die nichtmuslimische Wohnbevölkerung "mitgenommen werden muss". Ein Prozess, der dauere. Seine Antwort heißt multikultureller Dialog: "Man muss Muslimen Räume geben, denn je offener wir für Moscheebauten sind, desto offener und kritischer können wir uns mit dem Islam auseinander setzen."
Umgekehrt müssten sich auch Muslime, die Teil der Stadtgesellschaft sein wollen, diese Kritik gefallen lassen. Fragen nach Frauenrechten, Moscheen als politischen Zentren oder islamisch begründetem Terror müssten dann erlaubt sein. Eine Auseinandersetzung wie sie auch die katholischen und jüdischen Kirchen in jahrhundertelanger, teils blutiger Auseinandersetzung hinter sich hätten.
Die Frage von FR-Moderator Matthias Arning, ob die Moscheendebatten nicht belegten, dass die multikulturelle Gesellschaft gescheitert sei, weist der einstige Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt zurück. Auch Angela Joost, Frankfurter Soziologin, die Konflikte um Moscheebauten untersucht, sieht das Problem weniger gravierend. Für sie ist der Moscheenstreit vorwiegend ein Generationenproblem: "Ältere tun sich schwerer damit, Moscheen in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren. Für junge Leute, die mit türkischstämmigen Hiphop-Musikern groß geworden sind, ist das kein Problem."
[...]
Für Ünal Kaymakçi, Generalsekretär der Hazrat-Fatima-Gemeinde , ist es dagegen als "Zeichen der Identifikation mit unserem Land" entscheidend: Als Deutscher türkischer Herkunft, in Frankfurt geboren und aufgewachsen, will er sich mit dem neuen Gemeindezentrum und sozialen Angeboten "für die Stadtgesellschaft engagieren". Ein Phänomen, das er im Zuge des Moscheenstreits auch bei Glaubensbrüdern bemerkt: "Plötzlich schauen sie auf die Römerpolitik, lesen deutsche Zeitungen. Wenn man beginnt, etwas Bleibendes in der Gesellschaft zu schaffen, identifiziert man sich auch mit ihr."
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Und dennoch ist auch in Hausen "einiges schief gelaufen", halten der Islamwissenschaftler Hünseler und Angela Joost entgegen. Hünseler setzt Fragezeichen hinter die Finanzierung des drei Millionen-Euro-Projekts in Hausen, lässt sich von Kaymakçi bestätigen, dass "kein Geld vom Ausland fließt". Die Politik im Römer habe zu lange keine Stellung bezogen, der Ortsbeirat mit Ausnahme der Linken sich früh ablehnend gezeigt, moniert Angela Joost: "Vor Ort ist niemand zum echten Dialog bereit, und der wäre wichtig."
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1218983&index_page=2
Diskussion: Zur Moschee gibt es nicht nur eine Wahrheit FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 02.10.2007 (Zitat):
[...]
Wenn Mawia Adam diese Frage zu beantworten hätte, würde die Moschee gebaut. Der 36 Jahre alte Sozialarbeiter, der vor 15 Jahren aus dem Sudan nach Deutschland gekommen ist, ist Moslem. Doch nicht alleine deshalb fordert er eine weitere Moschee in Hausen. Die Diskussion zeigt seiner Meinung nach, dass die Mehrheit der Frankfurter das islamische Gotteshaus am Fischstein-Kreisel will. Dennoch verfolge er die Debatte mit Sorge: "Jetzt wird sich entscheiden, ob es in Frankfurt tatsächlich eine multi-kulturelle Gesellschaft gibt."
Jochem Jourdan, der renommierte Stadtplaner, äußert sich zu dieser Frage nicht. [...] Der Entwurf, den der Moscheebauverein der Fatima-Gemeinde vorgelegt hat, sei "grottenschlecht, wirklich grottenschlecht". Rein architektonisch gesehen, versteht sich.
[...]
"Zum Glück", sagt Katinka Poensgen, die gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Christoph Stoodt die Anti-Nazi-Koordination vertritt. Vor ein paar Tagen besuchten beide die emotional vollkommen aufgeheizte Diskussion des Ortsbeirats 7 in der Hausener Brotfabrik. Stoodt und Poensgen waren entsetzt über das Geschrei, das Gepöbel, das Gejohle und Geschimpfe, das sie vor allem von den Gegner des Moscheebaus zu hören bekamen.
[...]
Einige ältere Besucher sind kurzzeitig etwas aufgebracht, weil ihnen der Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit zu heftig gegen die katholische Kirche stichelt, außerdem liefert sich Islamkritikerin Hiltrud Schröter mit dem Generalsekretär des Moscheebauvereins, Ünal Kaymakçi, ein Wortgefecht, bei dem es um die Rolle der Frau im Islam geht. Doch die Diskussion bleibt sachlich.
Die Bürgerinitiative Hausen ist nicht ins Haus am Dom gekommen - oder sie gibt sich zumindest nicht zu erkennen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1218984&index_page=2
[...]
Wenn Mawia Adam diese Frage zu beantworten hätte, würde die Moschee gebaut. Der 36 Jahre alte Sozialarbeiter, der vor 15 Jahren aus dem Sudan nach Deutschland gekommen ist, ist Moslem. Doch nicht alleine deshalb fordert er eine weitere Moschee in Hausen. Die Diskussion zeigt seiner Meinung nach, dass die Mehrheit der Frankfurter das islamische Gotteshaus am Fischstein-Kreisel will. Dennoch verfolge er die Debatte mit Sorge: "Jetzt wird sich entscheiden, ob es in Frankfurt tatsächlich eine multi-kulturelle Gesellschaft gibt."
Jochem Jourdan, der renommierte Stadtplaner, äußert sich zu dieser Frage nicht. [...] Der Entwurf, den der Moscheebauverein der Fatima-Gemeinde vorgelegt hat, sei "grottenschlecht, wirklich grottenschlecht". Rein architektonisch gesehen, versteht sich.
[...]
"Zum Glück", sagt Katinka Poensgen, die gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Christoph Stoodt die Anti-Nazi-Koordination vertritt. Vor ein paar Tagen besuchten beide die emotional vollkommen aufgeheizte Diskussion des Ortsbeirats 7 in der Hausener Brotfabrik. Stoodt und Poensgen waren entsetzt über das Geschrei, das Gepöbel, das Gejohle und Geschimpfe, das sie vor allem von den Gegner des Moscheebaus zu hören bekamen.
[...]
Einige ältere Besucher sind kurzzeitig etwas aufgebracht, weil ihnen der Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit zu heftig gegen die katholische Kirche stichelt, außerdem liefert sich Islamkritikerin Hiltrud Schröter mit dem Generalsekretär des Moscheebauvereins, Ünal Kaymakçi, ein Wortgefecht, bei dem es um die Rolle der Frau im Islam geht. Doch die Diskussion bleibt sachlich.
Die Bürgerinitiative Hausen ist nicht ins Haus am Dom gekommen - oder sie gibt sich zumindest nicht zu erkennen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1218984&index_page=2
Donnerstag, 27. September 2007
Ünal Kaymakçi: Bauherr der Hausener Moschee im Interview FR
Artikel in der Frankfurter Rundschau 27.09.2007 (Zitat):
[...]
Es ist traurig, wie viele Ressentiments gegenüber meiner Religion bei einem Teil der Bevölkerung herrschen. Uns ging es immer darum, mit den künftigen Nachbarn in Hausen ein gutes Verhältnis anzustreben, und wir werden das auch weiterhin geduldig verfolgen.
[...]
Die kommt ja nur von einem bestimmten Teil. Wir erhalten viel mehr Zustimmung als Ablehnung. Zum Beispiel von allen Fraktionen im Römer, den Kirchen, einigen Vereinen und von vielen Bürgern. Auch die Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative war nicht so erfolgreich. Ich habe die Zahl von 200 gehört. Bei 7000 Hausenern und noch mehr Rödelheimern ist das ziemlich gering.
[...]
Meine Generation ist hier in Deutschland geboren und aufgewachsen. Das hat nichts mit einer geplanten und von außen gesteuerten Islamisierung unseres Landes zu tun, sondern hängt mit der Geschichte der Arbeitsmigration zusammen. Hier werden wie schon einmal Verschwörungstheorien gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe verbreitet. Ich halte das für hoch bedenklich.
Die Gegner versuchen von Anfang an, Makel zu finden. Sei es am Verein, am Islam, bei meiner Person und jetzt, nachdem wir mit unserer Transparenz alle Fragen beantwortet haben, versucht man es über die Finanzierung. Wir haben dem Magistrat angeboten, unsere Zahlen offenzulegen. Zehn Prozent der Baukosten kommen über Spenden von unseren Mitgliedern, der Rest ist über Kredit von einer deutsche Bank finanziert. Wir haben sechs Bürgen aus den Vorständen der beiden Vereine.
[...]
Viele fragen sich, wie es sein kann, dass sich Menschen mit so viel Herzblut engagieren und mit ihrem Vermögen haften. In einer Zeit, in der Religion immer weniger eine Rolle spielt und darüber diskutiert wird, dass Kirchen verkauft und abgerissen werden. Da wird das Engagement von Muslimen einerseits bewundert, macht andererseits aber auch Angst. Aber jeder gläubige Mensch muss dieses Engagement nachvollziehen können. Für uns ist der Bau des Gotteshauses sehr wichtig für die Identifikation mit unserer neuen Heimat. Es reicht nicht, sich als Individuum im Land wohl zu fühlen. Wir wollen auch als Gemeinde gut aufgehoben sein.
[...]
Jetzt geht es ans Eingemachte: Um den Umgang mit einer neu ansässigen Weltreligion in einem christlich sozialisierten Land. Da entstehen natürlich Reibungen. Das Miteinander muss sich einspielen. Da kann so ein Gesprächskreis viel bewirken für den sozialen Frieden in einer pluralistischen Gesellschaft. Für das Vorhaben in Hausen glaube ich, dass nichts erreicht werden kann. Aber es wird in einer Stadt mit zwölf Prozent Muslimen auch künftig Fragen des Zusammenlebens geben. Insoweit sind die Diskussionen notwendig.
[...]
Wir haben vor dem Gesetz schon eine Gleichstellung aller Religionen. Der Islam organisiert sich zurzeit in Deutschland im Rahmen des Einheitsprozesses der Muslime neu. Dadurch wird es einen einheitlichen Ansprechpartner geben. Das wird die Gleichberechtigung des Islam mit anderen Religionen als Körperschaften des öffentlichen Rechts erleichtern. Wir Muslime sind auf einem guten Weg, eine deutsche Prägung des Islam zu bilden ohne in unserer eigenen Identität gespalten zu sein.
[...]
Muslime müssen sich mit diesem Land identifizieren, sich als deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens für dieses Land einbringen. Die Altbürger wiederum müssen akzeptieren, dass es durch die Arbeitsmigration eine veränderte Bevölkerungsstruktur gibt, und dass es deutsche Muslime in unserem Land gibt, die gleichberechtigt mit allen leben möchten.
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1216786&index_page=2
[...]
Es ist traurig, wie viele Ressentiments gegenüber meiner Religion bei einem Teil der Bevölkerung herrschen. Uns ging es immer darum, mit den künftigen Nachbarn in Hausen ein gutes Verhältnis anzustreben, und wir werden das auch weiterhin geduldig verfolgen.
[...]
Die kommt ja nur von einem bestimmten Teil. Wir erhalten viel mehr Zustimmung als Ablehnung. Zum Beispiel von allen Fraktionen im Römer, den Kirchen, einigen Vereinen und von vielen Bürgern. Auch die Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative war nicht so erfolgreich. Ich habe die Zahl von 200 gehört. Bei 7000 Hausenern und noch mehr Rödelheimern ist das ziemlich gering.
[...]
Meine Generation ist hier in Deutschland geboren und aufgewachsen. Das hat nichts mit einer geplanten und von außen gesteuerten Islamisierung unseres Landes zu tun, sondern hängt mit der Geschichte der Arbeitsmigration zusammen. Hier werden wie schon einmal Verschwörungstheorien gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe verbreitet. Ich halte das für hoch bedenklich.
Die Gegner versuchen von Anfang an, Makel zu finden. Sei es am Verein, am Islam, bei meiner Person und jetzt, nachdem wir mit unserer Transparenz alle Fragen beantwortet haben, versucht man es über die Finanzierung. Wir haben dem Magistrat angeboten, unsere Zahlen offenzulegen. Zehn Prozent der Baukosten kommen über Spenden von unseren Mitgliedern, der Rest ist über Kredit von einer deutsche Bank finanziert. Wir haben sechs Bürgen aus den Vorständen der beiden Vereine.
[...]
Viele fragen sich, wie es sein kann, dass sich Menschen mit so viel Herzblut engagieren und mit ihrem Vermögen haften. In einer Zeit, in der Religion immer weniger eine Rolle spielt und darüber diskutiert wird, dass Kirchen verkauft und abgerissen werden. Da wird das Engagement von Muslimen einerseits bewundert, macht andererseits aber auch Angst. Aber jeder gläubige Mensch muss dieses Engagement nachvollziehen können. Für uns ist der Bau des Gotteshauses sehr wichtig für die Identifikation mit unserer neuen Heimat. Es reicht nicht, sich als Individuum im Land wohl zu fühlen. Wir wollen auch als Gemeinde gut aufgehoben sein.
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Jetzt geht es ans Eingemachte: Um den Umgang mit einer neu ansässigen Weltreligion in einem christlich sozialisierten Land. Da entstehen natürlich Reibungen. Das Miteinander muss sich einspielen. Da kann so ein Gesprächskreis viel bewirken für den sozialen Frieden in einer pluralistischen Gesellschaft. Für das Vorhaben in Hausen glaube ich, dass nichts erreicht werden kann. Aber es wird in einer Stadt mit zwölf Prozent Muslimen auch künftig Fragen des Zusammenlebens geben. Insoweit sind die Diskussionen notwendig.
[...]
Wir haben vor dem Gesetz schon eine Gleichstellung aller Religionen. Der Islam organisiert sich zurzeit in Deutschland im Rahmen des Einheitsprozesses der Muslime neu. Dadurch wird es einen einheitlichen Ansprechpartner geben. Das wird die Gleichberechtigung des Islam mit anderen Religionen als Körperschaften des öffentlichen Rechts erleichtern. Wir Muslime sind auf einem guten Weg, eine deutsche Prägung des Islam zu bilden ohne in unserer eigenen Identität gespalten zu sein.
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Muslime müssen sich mit diesem Land identifizieren, sich als deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens für dieses Land einbringen. Die Altbürger wiederum müssen akzeptieren, dass es durch die Arbeitsmigration eine veränderte Bevölkerungsstruktur gibt, und dass es deutsche Muslime in unserem Land gibt, die gleichberechtigt mit allen leben möchten.
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http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1216786&index_page=2
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