Samstag, 26. Juli 2008

Hausen Moschee: Eskandari will Besonnenheit FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 26.07.2008 (Zitat):
... Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) [hat] Besonnenheit empfohlen. Sie könne die Ängste vieler Bürger in Hausen "durchaus verstehen", sagte die Stadträtin am Freitag der Frankfurter Rundschau, jetzt aber komme es darauf an, diesen Streit auf einer "rationalen Ebene" fortzusetzen. Den Bauherren der Moschee am Industriehof, dem Verein der Hazrat Fatima Moschee, und ihrem Generalsekretär Ünal Kaymakci habe sie deutlich gemacht: "Wir brauchen absolute Transparenz."
Ihr Amt für multikulturelle Angelegenheiten verstehe sich als Vermittler in dem Konflikt, das sich selbst vorgenommen habe, "die Ängste der Menschen vor Ort zu verstehen, aber gleichzeitig auf der im Grundgesetz festgeschriebenen Religionsfreiheit zu bestehen", sagte die Stadträtin.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1373674

Frankfurt: Moschee-Streit FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 26.07.2008 (Zitat):
Boris Rhein findet deutliche Worte. Die Vorhaltungen der Bürgerinitiative gegen den Bau einer Moschee in Hausen seien "unbegründet" und für seine Partei damit auch inakzeptabel, sagte der Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU am Freitag. [...] Von einer Unterstützung der Islamisierung des Stadtteils durch Stadträte seiner Partei und weitere Mitglieder des Magistrats könne keine Rede sein, darauf bestand Rhein, der auch Wirtschaftsdezernent ist.
Als "einen schlechten Tag für Hausen", aber als "einen Weckruf gegen die schleichende Islamisierung" hatte Schröter die Baugenehmigung für die Errichtung einer neuen Moschee in Hausen bezeichnet. Die Genehmigung, die die Bauaufseher zu Beginn der Woche der bauwilligen Gemeinde übermittelt hatten, sei "eine Katastrophe". Schließlich handele es sich beim Islam um "eine Politreligion mit totalitärer Ideologie". In diesem Zusammenhang sprach Schröter von einem weiteren "Versagen der Demokraten", das zum Erstarken totalitärer Systeme immer wieder beigetragen habe, wie die Geschichte, die deutsche zumal, gelehrt habe.
In einem Rechtsstaat, darauf bestand Rhein in seiner Erwiderung, sei es tatsächlich "ein normaler Vorgang", wenn "Religionsgemeinschaften sich auf ihre verbriefte Religionsfreiheit beriefen" und in diesem Zusammenhang dann die Errichtung von Gebetshäusern in Erwägung zögen und entsprechende Genehmigungen einholten.
[...]
Ausdrücklich ermutigte Rhein den Verein Fatima Zehra Moschee, der auf dem Areal am Industriehof nach eigenen Angaben im kommenden Herbst bereits den Grundstein für ein neues Gebetshaus legen will, daran festzuhalten, die Gemeinde zum Stadtteil öffnen zu wollen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1373616

Mittwoch, 23. Juli 2008

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Pro Frankfurt begrüßt Moschee-Baugnehmigung für Hausen

Mit großer Freude und Erleichterung begrüßt PRO FRANKFURT ausdrücklich die positive Entscheidung der Stadt, die Baugenehmigung für die Hazrat-Fatima-Moschee in Hausen zu erteilen.

Wir begrüßen diesen positiven Bescheid, der ein Signal für ein weltoffenes, multikulturelles und tolerantes Frankfurt ist. Nicht zuletzt wird damit der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit genüge getan.

Diese Entscheidung beweist, daß Mitbürgerinnen und Mitbürger muslimischen Glaubens ihren gleichberechtigten Platz in unserer Gesellschaft haben und willkommen sind.

PRO FRANKFURT
Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt
für eine multikulturelle, weltoffene und tolerante Stadt

www.pro-frankfurt.info.ms

Frankfurt am Main, 23. Juli 2008

Dienstag, 22. Juli 2008

Audio: Baugenehmigung für Moschee erteilt HR

Umstrittener Moschee-Bau kann beginnen
Audiodatei Länge: 2:08 Min
Hessischer Rundfunk 2008, 22.07.2008
Audio-Link:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34774026&jmpage=1&type=a&rubrik=36082&jm=1&mediakey=rubriken/nachrichten/20080722_Moschee_genehmigung

Seit Monaten schwelt der Streit um eine geplante Moschee im Frankfurter Stadtteil Hausen. Nun ist Schluss mit den Debatten. Die Stadt hat die Genehmigung erteilt.
[...]
Ünal Kaymakci, Generalsekretär des Fatima Zera Moscheenvereins, ist froh über die Baugenehmigung. Er möchte den Baubeginn zu einem Fest der Begegnung machen: "Wir werden eine Grundsteinlegung durchführen, und dazu wollen wir verschiedene Vertreter aus Hausen und der Stadt einladen, damit das auch friedlich und im Einvernehmen mit den Menschen in dieser Stadt vollzogen werden kann." Das Projekt werde ein Motor der Integration sein. Die Moschee wird weithin sichtbar an einem verkehrsreichen Platz erbaut, sie wird zwei Minarette bekommen und für alle zugänglich sein. "Parallelgesellschaften können viel stärker in versteckten Hinterhöfen entstehen als in offenen transparenten Gebäuden", so Kaymakci. Das sieht auch der integrationspolitische Sprecher der Frankfurter CDU, Thomas Kirchner, so: "Es ist grundsätzlich eine positive Entwicklung". Er erhofft sich, dass die Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten durch den Bau verstärkt werden.
[...]
Die Gegner des Baus waren zuletzt in die Defensive geraten, nicht zuletzt weil die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sich so deutlich für den Moscheebau ausgesprochen hatte. Außerdem hatte das Stadtparlament mit großer Mehrheit einen Antrag von CDU, Grünen, SPD und FDP verabschiedet, in dem festgestellt wurde, dass "Moscheebauten ein Baustein einer erfolgreichen Integrationspolitik" seien.
Anders sah das eine Bürgerinitiative. Ihr Sprecher Horst Weißbarth wies im Oktober 2007 darauf hin, dass es in Hausen bereits zwei Moscheen gibt. "Dieser Stadtteil kippt", befürchtete Weißbarth und prognostizierte eine "Überfremdung" Hausens. Auch die "Bürger für Frankfurt" (BFF), die Fraktion der Freien Wähler im Frankfurter Stadtparlament, ist nach wie vor gegen den Moscheebau.
[...]

Frankfurt: Die Moschee kommt FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 22.07.2008 (Zitat):
In Frankfurt-Hausen darf eine dritte Moschee gebaut werden. Das entschied das Planungsdezernat der Stadt. Im Oktober sollen die Bauarbeiten beginnen.
Hoch erfreut hat Ünal Kaymakçi vom Verein der Hazrat Fatima Moschee die Neuigkeit übermittelt: "Wir haben die Baugenehmigung." Damit habe das Warten ein Ende, könne der Bau der Moschee am Industriehof beginnen.
[...]
Da bereits die Abrissgenehmigung für Gebäude auf dem Grundstück am Kreisel vorliege, werde das Gebäude so bald wie möglich abgerissen werden. Kaymakçi kündigte an, dass der Verein die Nachbarschaft anlässlich der Grundsteinlegung zu einem Fest einladen werde.
Dem Vernehmen soll der Grundstein im März 2009 gelegt werden. Das Planungsdezernat bestätigte, dass die Baugenehmigung erteilt worden sei. Allerdings sei dieser Bescheid an Bedingungen geknüpft.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1371384

Freitag, 25. April 2008

Frankfurts neue Multikulti-Chefin - Zielscheibe einer Hass-Kampagne HR

hr-online (25.04.2008):
Als Flüchtling kam sie einst nach Frankfurt - nun hat sie das Dezernat für Integration übernommen: Dass die Aufgabe nicht leicht sein wird, hat Nargess Eskandari-Grünberg schon vor ihrer Wahl erfahren.
[...]
Vor einem Jahr wurde sie zur Zielscheibe einer regelrechten Kampagne. Sie bekam hunderte hasserfüllter und zum Teil offen rassistischer E-Mails und Briefe und wurde auch körperlich bedroht. Auslöser war eine Äußerung von ihr im Integrationsausschuss des Stadtparlaments. Es ging um den geplanten Bau einer Moschee im Stadtteil Hausen. Sie sagte den Gegnern des Moscheebaus: Wenn sie sich mit religiöser Vielfalt in Frankfurt nicht anfreunden könnten, sollten sie wegziehen. Einige unterstellten ihr daraufhin, sie wolle die Einheimischen aus Frankfurt vertreiben. Gemeint war aber etwas anderes: "Es gibt schwarze Deutsche, es gibt muslimische Deutsche – Deutsche haben nicht nur eine Farbe und eine Tradition. Das müssen wir akzeptieren – gerade in einer Stadt wie Frankfurt."
Und davon rückt Eskandari-Grünberg auch nicht ab: Die Vielfalt, die es in Frankfurt längst gibt, darf nicht verdrängt werden, sondern muss gefördert und gestaltet werden. Und genau das ist jetzt ihre Aufgabe als Integrationsdezernentin. Es wird spannend zu sehen, welchen Stil sie dabei prägen wird. Es ist ihre erste politische Führungsrolle, und mit programmatischen Aussagen hat sie sich bisher auch zurückgehalten. Es ist eine Herausforderung für Eskandari-Grünberg, aber es ist wahrlich nicht die erste in ihrem Leben.
Link zum Beitrag:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=5710&key=standard_document_34197950

Montag, 24. März 2008

Audio: Jean Claude Diallo ist tot HR

hr-online (24.03.2008)
Kämpfer für den sozialen Frieden
Frankfurts Integrationsdezernent Jean Claude Diallo war selbst ein Migrant. Mehr als ein Jahr leitete er im Römer das Dezernat für multikulturelle Angelegenheiten. Am Freitag starb er im Alter von 62 Jahren. Der Grünen-Politiker sei am Karfreitag an Herzversagen gestorben, teilte die Evangelische Kirche in Frankfurt am Montag mit. Diallo, der im afrikanischen Guinea geboren wurde, lebte und arbeitete mehr als zwanzig Jahre in Frankfurt.
Link zum Beitrag:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=5710&key=standard_document_34028418

Trauer um Jean Claude Diallo (hr, 24.03.2008)
Audio-Link:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34028418&jmpage=1&type=a&rubrik=5710&jm=1&mediakey=rubriken/nachrichten/20080324_diallo_35532

Donnerstag, 22. November 2007

Frankfurt: Moscheebau und ausländerfeindliche und antisemitische Hetzkampagne FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 22.11.2007 (Zitat):
Der Streit um eine neue Moschee im Stadtteil Hausen hat sich zu einer ausländerfeindlichen und antisemitischen Hetzkampagne ausgewachsen. Zielobjekt der "größten germanischen Online Gemeinschaft" im Internet ist unter dem Titel "Grüne Politikerin fordert Deutsche zum Verlassen ihrer Heimatstadt auf" die Grünen-Kommunalpolitikerin Nargess Eskandari-Grünberg.
Ganz dezidiert aber wird, unter Angabe aller persönlicher Kontaktdaten, auch ihr Mann, der jüdische Psychoanalytiker Kurt Grünberg, an den virtuellen Pranger gestellt. "Ihr Mann ist der Jude Kurt Grünberg" , steht zu lesen. Und: "Psychoanalytiker ist ein typischer Judenberuf."
"Der kraushaarige krummnasige Ehemann" wird in dem Internet-Forum mit einem Porträtfoto abgebildet, auf dem ihm eine Hakennase retuschiert worden ist. Auf weiteren Fotos, die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen entnommen sind, ist Grünbergs Kopf rot eingekreist, förmlich als Zielscheibe markiert.
Hintergrund der Hetze, die sich im Internet auch gegen die Grünen allgemein richtet ("Zuchthaus oder Arbeitslager genügt") ist die heftige Debatte über den Bau einer neuen Moschee mit aufgebrachten Bürgern in der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration am 5. November. Nach andauernder Polemik der Bürger zu der hohen Zahl von Migranten an hiesigen Schulen hatte die Grüne Migrantin Nargess Eskandari-Grünberg gesagt, der Anteil von 40 Prozent Migranten sei in der Stadt eine Tatsache und wem das nicht passe, der könne auch woanders wohnen.
Auf diese Aussage hin werde die Grüne, die vor 20 Jahren aus dem Iran geflohen ist, seit jenem Tag mit Hunderten von E-mails als "Schlampe" oder "Nutte" attackiert, man drohe ihr mit dem Tod und fordere sie auf, "zurück in dein Mullah-Land zu gehen, damit man dir da den Mund mit dem Kopftuch stopft." "Es ist ehrverletzend, lebensbedrohlich, entsetzlich" resümiert Kurt Grünberg. Er erkennt "eine tiefe Haltung: Frankfurt ist eine deutsche Stadt, auch wer 20 Jahre hier lebt, wird als Ausländer betrachtet".
Nur deshalb habe die Bemerkung seiner Frau im Ausschuss derartige Wellen geschlagen. Weder in den Berichten der Presse noch in den Stellungnahmen der Frankfurter Politiker sei aber später die volksverhetzende Stimmung in jener Sitzung ausreichend berücksichtigt worden. Kurt Grünberg sieht in der Entwicklung "ein Lehrstück: Da diskriminieren Menschen andere Menschen. Und wenn die sich wehren, stellt man sie als die Angreifer hin". Es würden dem Hass, der sich in der Auseinandersetzung um die Moschee offenbare, "im Römer nicht ausreichend Grenzen gezeigt". So spiele man den Neonazis in die Hände.
Es zeige sich "ein Zusammenhang zwischen den Klischees in der Mitte der Gesellschaft und den Aktivitäten der Neonazis". Nargess Eskandari-Grünberg wird in den Drohbotschaften unter anderem angekündigt, man werde sie "in Ihrem Garten steinigen". Die Familie hat die Polizei "auf unsere bedrohte Lage aufmerksam gemacht" und eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.
Unterdessen ist auf Initiative des Stadtverordneten Uwe Paulsen (Grüne) eine Unterschriftenliste im Umlauf. In dieser Solidaritätserklärung, die nach Angaben des Initiators bereits rund 150 Unterschriften trägt, wird argumentiert, Nargess Eskandari-Grünberg habe mit ihrer Äußerung nur "einer aufgewiegelten Gruppe deutscher Bürger den Spiegel vorhalten" wollen. Es seien doch die Migranten, die sich seit Jahrzehnten mit Aufforderungen zur Auswanderung konfrontiert sähen. "Die fremdenfeindliche Kampagne, die auch eine antisemitische ,Qualität' erlangt" habe, sehen die Unterzeichner als "unerträglich" an. Jeder Demokrat sei aufgefordert, "Bestrebungen und politischen Kräften entgegenzutreten, die die Menschenwürde missachten".
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1246850

Dienstag, 13. November 2007

Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer: "Die Muslime ändern sich" FR

Interview in der Frankfurter Rundschau 13.11.2007 (Zitat):
[...]
Ich würde nicht fragen, ob der Islam als Religion demokratiefähig ist. Ich würde nur fragen, ob Muslime, die bei uns leben, in einer demokratischen Ordnung leben können und wollen.
[...]
m Kern - die Anerkennung von Differenz, der Verzicht auf Gewalt, tolerantes Denken und Handeln, die Anerkennung des Grundsatzes der Gleichheit und Freiheit, sein Leben zu leben. Ich würde Muslime nicht schon auf Details festlegen, zum Beispiel, ob sie Homosexualität bejahen. Das würde ich auch nicht jeden nichtmuslimischen Deutschen fragen wollen.
[...]
Der Koran ist ein Dokument, das im 7. Jahrhundert nach muslimischer Auffassung von Gott offenbart wurde. Natürlich spricht der Koran nicht explizit von diesen Prinzipien. Er ist kein Handbuch des Rechts oder der Demokratie, sondern ein Offenbarungsschrift - aus einer Zeit, die diese Fragen gar nicht gestellt hat. Ich kann immer nur fragen wie die Muslime heute auf den Koran blicken, welche Werte, Verhaltensnormen sie aus ihm ableiten. Ob der Koran Demokratie zulässt oder nicht - die Frage ist falsch gestellt.
[...]
Aus der Bibel kann man auch keine Demokratie ableiten. Es hat ja lange genug Konflikte gegeben. Allein der Begriff der Menschenwürde wurde von der katholischen wie der evangelischen Kirche bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit größter Zurückhaltung behandelt. Von Gleichheit der Geschlechter nicht zu sprechen. Auch Christen haben über mehr als 1000 Jahre die Sklaverei praktiziert. Dennoch haben Christen es geschafft, mit ihrem Glauben andere Wertvorstellungen, andere politische Konzeptionen zu entwickeln - das hat mit Aufklärung und den revolutionären Bewegungen zu tun, mit Veränderungen der sozio-ökonomischen Bedingungen. Bei Muslimen stelle ich mir diesen Prozess ähnlich vor. Es ist nicht die Bibel, die eine Kehrtwende vollzogen hat, sondern die Christen haben es getan. Genauso wird sich nicht der Koran ändern, sondern die Muslime. Ich würde sie keinesfalls auf Einzelaussagen ihrer heiligen Schrift festnageln.
Es gibt keinen Text, den man nicht interpretieren kann und muss. Der Koran wird durch menschliches Verständnis gefiltert und muss gedeutet werden. Er bietet auch keine eindeutige Dschihad-Lehre. Betrachtet man die Aussagen, die nebeneinander stehen - historisch gesehen aber nacheinander offenbart wurden - dann kann man das Prinzip entdecken: Wenn Ihr angegriffen werdet, dann verteidigt Euch mit dem Schwert. Wenn Ihr nicht angegriffen werdet, dann versucht Euch mit den Gesetzen der Fairness und des Anstandes zu verständigen. Historisch gesehen wurde islamische Herrschaft im 7. und 8. Jahrhundert sehr wohl mit Gewalt verbreitet. Zwangsbekehrung war dabei aber die Ausnahme. Diese Eroberungsbewegung kam Mitte des 8. Jahrhunderts zum Stehen. Seitdem haben Muslime unterschiedliche Lehren vom Dschihad entwickelt. Eine lautet, dass Dschihad nicht bewaffneten Kampf bedeutet, sondern das Streben nach einem gottgefälligen Leben. Natürlich gibt es militante Islamisten, die Dschihad als bewaffneten Kampf propagieren. Aber bei uns gibt es auch Neonazis, die die Mehrheit gleichfalls ablehnt.
[...]
Mit den Frauenrechten in islamischen Ländern unterschiedlich bestellt und vielfach nicht gut. Bei uns in Deutschland muss interessieren, was Mädchen in der Schule lernen und zu welchen gesellschaftlichen Feldern sie Zugang haben. Wenn sie meinen, es müsse mit Kopftuch geschehen, ist das ihre Sache. Nicht das Kopftuch ist Kernthema, sondern was Frauen und Mädchen daraus machen.
[...]
In der Bejahung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unter Bewahrung des muslimischen Glaubens. Ebenso wie ein Katholik, der glaubt, der Papst kenne in bestimmten Dingen allein die Wahrheit, ein praktizierender Demokrat sein kann oder ein Jude, der gleichzeitig die Regeln der Thora einhält.
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242182

Migration in Frankfurt ist eine Tatsache FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 13.11.2007 (Zitat):
Migration in Frankfurt ist eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen": Mit dieser Äußerung provozierte Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) eine Welle der Empörung. Gefallen ist der Satz in der vergangenen Woche im Bildungs- und Integrationsausschuss. Damit reagierte die Stadtverordnete auf einen Bürger, der sich in der Sitzung zum geplanten Moscheebau in Hausen geäußert und die Zahl von Migrantenkindern an Schulen des Stadtteils kritisiert hatte.
Eskandari-Grünbergs Kommentar interpretierten nicht nur Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau als klare Aussage für das, was Muslime hier vor hätten: Die Islamisierung deutscher Städte. Die aus dem Iran geflüchtete Politikerin kann die Kritik nicht verstehen: "Ich wollte damit zum Ausdruck bringen wollen, dass Einwanderer zu Frankfurt gehören."
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1242181

Mittwoch, 7. November 2007

Claus Leggewie: Nützliche Moscheekonflikte und ihre Lösung FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 07.11.2007 (Zitat):
Der Deal für religiöse Fundamentalisten jeder Couleur besteht darin, dass Säkularisierung und Religionspluralismus Gewinn für eigene Glaubensüberzeugungen bringen.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239268

Frankfurt: Moscheestreit "Raue Töne" FR

Artikel in der Frankfurter Rundschau 07.11.2007 (Zitat):
Am Tag nach dem Eklat saß der Schock noch immer tief. Wie schwer es sein kann, mit einer aufgebrachten Schar von Bürgern zu diskutieren, ist den Stadtverordneten nach der Sitzung des Römer-Ausschusses für Bildung und Integration klar geworden. Die Ausschussvorsitzende Bernadette Weyland (CDU) zog am Dienstag ein ernüchterndes Fazit: "Auf dieser Ebene macht eine Diskussion keinen Sinn."
In der Sitzung entwickelten sich Tumulte, weil Mitglieder der Hausener Bürgerinitiative gegen den Moschee-Bau sich von einer Äußerung der Grünen-Stadtverordneten Nargess Eskandari-Grünberg beleidigt fühlten. Die Sitzung musste unterbrochen werden. Sie wurde erst fortgesetzt, als die meisten der Moschee-Gegner den Saal verlassen hatten.
Das Verhalten der Kritiker sei ihr "wie eintrainiert" vorgekommen, sagte Weyland. Dabei habe der BFF-Stadtverordnete Wolfgang Hübner die Lage zu seinen Gunsten genutzt. Hübners Rede war in der Sitzung von den BI-Leuten mit frenetischem Applaus bedacht worden.
[...]
In der Ausschuss-Sitzung muste sich Eskandari-Grünberg gegen wüste Beschimpfungen der Bürgerinitiative wehren. Sie sei sogar bedroht worden, berichtete sie am Dienstag: "Einer hat mir die Faust vors Gesicht gehalten und gesagt: ,Ihnen werden wir's noch zeigen.'" Mit diesen Leuten sei ein sachlicher Dialog nicht möglich, sagte die Grüne.
Dennoch müsse die Debatte weitergehen: "Dafür haben wir als Stadtverordnete die Verantwortung." Dabei müsse klar sein, dass Ausländer zu Frankfurt gehören, sagte die gebürtige Iranerin. In der Sitzung hatte Nargess-Eskandari zu den Moschee-Gegnern gesagt: "Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen."
Auch der SPD-Stadtverordnete Turgut Yüksel zweifelt an der Diskussionskultur der Bürgerinitiative. "In der Sitzung ging es nur darum, zu polarisieren", sagte er. "Die waren im Ton aggressiv und wollten nur ihren Unmut zur Sprache bringen." SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling mahnte zur "Versachlichung der Debatte". Die große Mehrheit der in Frankfurt lebenden Muslime lehne Gewalt ab. Eskandari-Grünbergs Äußerung sei "absolut daneben" gewesen. Wer andere zum Wegzug auffordere, gieße unnötig Öl ins Feuer.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/moschee_spezial/?em_cnt=1239291

Freitag, 19. Oktober 2007

Moscheenstreit: Gotteshäuserkampf in Frankfurt taz

taz.de 19.10.2007:
Multikulturelle Idylle bedroht: Das Stadtparlement befürwortet den Bau einer dritten Moschee - NPD und REPs wollen am Samstag gegen die Minarette demonstrieren.
[...]
Doch seit die schiitische Hazrat-Fatima-Gemeinde gleich neben der mit Turmzwiebeln geschmückten "Russenkirche" für rund drei Millionen Euro eine weitere Moschee mit zwei Minaretten errichten will, ist es vorbei mit der mutmaßlichen Mulktikultiidylle im Viertel. Alteingessene Hausener haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und schon knapp 1.000 Unterschriften gegen das Bauvorhaben des türkisch-pakistanischen Moscheenvereins auf dem 1.000 Quadratmeter großen Gelände direkt am Verkehrskreisel vor den Autobahnzubringern gesammelt. Ihr Credo: "Es reicht!" Noch eine Moschee könne Hausen nicht verkraften. Von "islamistischer Landnahme" in Hausen war die Rede.
[...]
Dabei hatte der Sprecher der Fatima-Gemeinde, der in Deutschland geborne deutsche Staatsbürger Ünal Kaymakcy, zuvor ein Bekenntnis zu "unserer deutschen Rechtsordnung" abgelegt, die verbindlich für alle Muslime in Deutschland sei. Menschenrechtsverletzungen anderswo seien deshalb für einen "deutschen Islam" überhaupt nicht relevant.
"Wir wollen die Moschee nicht, ganz egal was Ihr sagt!", war jedoch der Tenor bei den Stellungnahmen der Bürger, die sich auf einer Sondersitzung des Ortsbeirats zum Thema zu Wort meldeten. Dort wurde erklärt, man habe Angst vor einer "Islamisierung" ganz allgemein und speziell vor "islamistischem Terror". Andere beschworen ein "Parkchaos" rund um Moschee herauf. Mit islamfeindlichen Äußerungen tat sich an diesem Abend vor allem der Stadtverordnete der Freien Wähler (BFF) in Frankfurt, Wolfgang Hübner, hervor. Aber auch lokale Vertreter von Grünen und CDU machten - ganz im Gegensatz zu ihren Stadtverbänden und den Fraktionen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Römer- mit Front gegen den "islamistischen Neubau". Die Vertreter der Stadt reagierten eher hilflos.
[...]
Link zum Artikel:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gotteshaeuserkampf-in-frankfurt/?src=TE&cHash=2341464ebc